Ziele
Bildung: Master und Meister
Es ist mein persönliches Anliegen, vielen jungen Menschen durch eine hochwertige Ausbildung Zukunftsperspektiven in Sachsen-Anhalt zu verschaffen. Die berufliche Bildung junger Menschen hat mich während meiner gesamten Laufbahn als Lehrer, Ausbilder im eigenen Betrieb oder im Ehrenamt begleitet. Sie eröffnet für die Jungendlichen vielfältige Perspektiven und Karrieremöglichkeiten.
Die berufliche Bildung ist als gleichwertige Bildungssäule gegenüber der akademischen Ausbildung zu stärken. Für Abiturienten kann die berufliche Bildung eine erfolgsversprechende Alternative zum Studium darstellen, insbesondere dann, wenn die Ausbildung durch Zusatzqualifikationen aufgewertet wird. Es kommt nicht auf bestimmte Abschlüsse an, sondern auf erworbene Kompetenzen. Gerade kleine und mittlere Betriebe suchen leistungsstarke Auszubildende, um ihren Fachkräftebedarf zu sichern. Für mich gilt der Satz: Sachsen-Anhalt braucht nicht nur Master, sondern auch Meister!
Eines der größten Probleme sind in diesem Zusammenhang die mangelnde Ausbildungsreife, eine unzulängliche Berufsorientierung und die hohe Schulabbrecher-Quote in Sachsen-Anhalt mit rund zwölf Prozent. Das will ich nicht hinnehmen. Jeder Jugendliche muss zumindest über einen Hauptschulabschluss mit bundesweit einheitlichen Mindeststandards verfügen. Es besteht Handlungsbedarf bei der Grundbildung. Durch einen praxisorientierten Unterricht können Hindernisse auf dem Weg von der Schule in den Betrieb gesenkt werden. Ziel muss es sein, die vorhandenen Angebote zur Berufsorientierung zu bündeln und weiter aufeinander abzustimmen. Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kindergärten, Schulen, Betrieben, Hochschulen, Forschungseinrichtungen sind gezielt zu fördern. Qualifizierte Bildungsprogramme zur Förderung der frühkindlichen Bildung in Kindergärten und Schulen, etwa im Bereich der Naturwissenschaften und Technik, tragen aus meiner Sicht bereits in einer frühen Lernphase zur Verbesserung der Bildungschancen bei. Ebenso Möglichkeiten des barrierefreien Lernens. Dabei ist für mich der Elternwille entscheidend. Freie Bildungseinrichtungen verstehe ich als starken Partner bei der Verbesserung der Bildungschancen von Jugendlichen.
Wo wenn nicht in der Wirtschaft können junge Menschen praktische Erfahrungen sammeln, die für ihre berufliche Zukunft wichtig sind. Programme wie "Einstiegsqualifizierung plus" können bei der Sicherung von Fachkräften im Land helfen. Erste Fortschritte in der wirtschaftsnahen Ausbildung an unseren Schulen begrüße ich.
Mein Ziel ist es, die „Lust aufs Lernen“ bei den Jugendlichen wieder zu wecken. Mit anderen Worten, auf die vermittelten Inhalte in modernen Unterrichtsräumen kommt es in erster Linie an und weniger auf die Schulstrukturen. Die Einführung der Gemeinschaftsschule auf freiwilliger Basis darf die Sekundarschulen nicht beschädigen. Im Gegenteil, die Sekundarschulen müssen gestärkt werden. Andernfalls sehe ich die Gefahr, dass unsere Ingenieure zwar die Durchflussmenge bei einem Wasserrohrbruch berechnen können, jedoch niemand da ist, der das Rohr auch flickt. Schüler und Lehrer dürfen bei ihren Aufgaben nicht allein gelassen werden.
Handwerk schafft Arbeit
Das Handwerk ist nicht nur die Wirtschaftsmacht von nebenan. Das Handwerk verbindet Tradition mit Innovation, schafft Aus- und Arbeitsplätze in der Region vor Ort und zahlt ebenso Steuern und Abgaben. Ohne das Handwerk ist ein modernes Leben nicht denkbar.
Mein Augenmerk liegt vor allem auf den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Jene Betriebe sind es, die schnell und flexibel auf Veränderungen reagieren, die Aus- und Arbeitsplätze im Land schaffen und mit ihren Angeboten auch ein Stück weit für Lebensqualität sorgen. Dafür benötigen sie politische Rahmenbedingungen, die ihre Arbeit befördern und nicht erschweren. Steuern, Abgaben und Regelungen sind für den gesellschaftlichen Zusammenhalt notwendig, dürfen aber nicht die wirtschaftliche Tätigkeit und das Engagement vieler Unternehmen im Land behindern. Dieses Verständnis möchte ich wieder verstärkt in der Gesellschaft aufleben lassen. In der Gesetzgebung muss es mehr um Qualität und weniger um Quantität gehen.
Handlungsbedarf sehe ich auch bei der Sicherung von Fachkräften und der Bekämpfung von Schwarzarbeit. Der demografische Wandel stellt das Land vor große Herausforderungen. Die negative Wanderung muss gestoppt werden. Ich bin überzeugt, durch den Ausbau von mittelständischen Strukturen erhalten jungen Familien eine echte Zukunftsperspektive im Land. Dazu brauchen wir mehr attraktive und familienfreundliche Angebote, insbesondere für Frauen, und mehr Arbeitsplätze. Diese entstehen im Mittelstand. Das Handwerk zahlt ordentliche Löhne und bietet eine familienfreundliche Atmosphäre. Die Stärkung von kleinen und mittelständischen Unternehmen kann so eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bewirken. Das Potential der älteren Arbeitnehmer muss besser genutzt werden. Dynamik und Erfahrung gehören für mich zusammen. Unser Land muss seinen Platz in der Mitte Deutschlands weiter ausbauen - als attraktiver Wirtschaftsstandort ebenso wie als Tourismusregion.
Sicherheit vor Ort
Unser Land braucht auch in Zukunft eine handlungsfähige Polizei. Tag für Tag schützen engagierte Polizistinnen und Polizisten unsere Sicherheit, halten für die Allgemeinheit ihre Knochen hin und setzen sich damit auch Gefahren aus. In der Vergangenheit wurden stets Kapazitäten abgebaut. Einer Untersuchung der Hochschule Magdeburg-Stendal zufolge kann die Arbeitsbelastung in der Polizei nicht durch Ressourcen innerhalb der Dienststellen aufgefangen werden, ohne psychische Erkrankungen zu begünstigen. Nach Einschätzung des Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) steht die innere Sicherheit bereits vor dem Kollaps. Hinzu kommt, dass sich viele Polizisten in der Gesellschaft nicht wertgeschätzt fühlen.
Diese Entwicklungen halte ich für falsch und gefährlich. Die Bürger müssen sich auf öffentlichen Plätzen, in Verkehrsmitteln, in öffentlichen Einrichtungen aber auch zu Hause und im Internet sicher fühlen. Raubüberfälle, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Erpressung und Datenmissbrauch müssen auch in Zukunft effektiv bekämpft werden. Aus meiner Sicht sind die gegenseitigen Erwartungen, was die Polizei leisten soll und was nicht, zu korrigieren. Neben der Bewältigung der klassischen Aufgaben sehe ich einen Mehrbedarf bei der Bekämpfung von Internetkriminalität und Datenmissbrauch. Besonders der Schutz von Kindern und älterer Menschen steht an erster Stelle. Sensible Daten dürfen nicht in falsche Hände geraten.
Unsere Polizei darf nicht zum Spielball der Politik und einzelner Abgeordneter werden. Die erfolgreiche Arbeit unserer Polizistinnen und Polizisten verdient mehr Wertschätzung in der Gesellschaft. Jeder Unternehmer weiß: Motivierte Mitarbeiter wachsen über sich hinaus.
Engagement verdient Anerkennung
Vereine bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft. Ohne sie und ohne die zahlreichen, freiwillig Engagierten wäre ein Leben, wie wir es auch aus unseren Stadtteilen kennen, undenkbar. Bürgergesellschaftliches Engagement zeigt sich bei uns in vielfältiger Weise: z.B. im Sportverein, bei der Familienberatung, im Handwerk, bei der Organisation eines Stadtteilfestes bis hin zu den Lebensrettern. Kirchen engagieren sich bei uns täglich für das soziale Miteinander. Heimatvereine stiften Identität. Generationenübergreifend findet Zivilgesellschaftliches Engagement in allen Bereichen unseres täglichen Lebens statt: Familie, soziale Arbeit, Wissenschaft und Bildung, Kultur, Umwelt- und Naturschutz, erste Hilfe, Tourismus und in der Pflege unserer Städte und Gemeinden. Projekte und Initiativen wie die "Bürger.Stiftung.Halle" begrüße ich ausdrücklich.
Die Bedingungen für ein freiwilliges Engagement sind nicht optimal. Oftmals sehen sich Vereine und Initiativen mit finanziellen Einschnitten konfrontiert. Ohne aktive und engagierte Bürgerinnen und Bürger ist jedoch der demografische Wandel nicht zu bewältigen. Gerade die freiwilligen Feuerwehren sind aber auf junge Nachwuchskräfte angewiesen.
Die Verbesserung der finanziellen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für das freiwillige Engagement halte ich für notwendig. Die im bürgergesellschaftlichen Engagement erworbenen Kompetenzen verdienen mehr Anerkennung.
Haushalt konsolidieren
Bei allen Aufgaben, die ich beherzt anpacken werde, muss der Satz gelten: Man kann nicht mehr Geld ausgeben als man einnimmt. Die nachhaltige Stabilisierung der öffentlichen Haushalte ist notwendig, damit künftige Generationen nicht in die Schuldenfalle geraten. Das gilt für den Landeshaushalt ebenso wie für den Haushalt unserer Stadt.
Die Verbesserung der finanziellen Lage in den Kommunen halte ich für das Gebot der Stunde. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die wichtigen Aufgaben aus der freiwilligen Leistung nicht mehr wahrgenommen werden können. Eine Erhöhung der Finanzzuweisung des Landes an unsere Stadt im Rahmen der FAG-Diskussionen halte ich für durchsetzbar. Kurzfristig kann das die angespannte Haushaltssituation entlasten. Jedoch stellt diese Maßnahme nur bedingt eine Alternative zu einer klugen Wirtschaftspolitik dar.
Durch eine mittelstandsorientierte und familienfreundliche Politik können Anreize geschaffen werden, die mittel- und langfristig zusätzliche Einnahmen für unsere Stadt und für unser Land garantieren. Die Stadt Halle ist verstärkt gefordert, eine an kleinen und mittleren Betrieben orientierte Ansiedlungspolitik zu betreiben. Insbesondere freiwillige Leistungen unserer Stadt wären dann durch die Steuermehreinnahmen besser finanzierbar. Auf Landesebene werde ich mich mit aller Kraft gegen weitere Steuererhöhungen und willkürliche Kürzungen einsetzen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, werden weder die Bürgerinnen und Bürger zusätzlich belastet, noch müssen Fördergelder und freiwillige Leistungen für soziale, bildungspolitische und kulturelle Projekte gekürzt werden.



